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Kreisgruppe Bochum

Naturschutzwiese des BUND Bochum

Der BUND Bochum betreut eine kleine Streuobstwiese an der Schattbachstraße in Bochum-Laer. Die Obstgehölze werden durch regelmäßige Schnittmaßnahmen, auch im Zuge unserer jährlichen Schnittkurse, gepflegt. Neben dem Erhalt der Obstgehölze liegt uns auch der Schutz und die Förderung typischer Tier- und Pflanzenarten einer Streuobstwiese am Herzen.

Seit November 2015 pflegt der BUND Bochum eine Streuobstwiese in Bochum-Laer

Seit 2017 entwickeln wir außerdem mit Unterstützung des Umwelt- und Grünflächenamtes Bochum eine bunt blühende Glatthaferwiese und untersuchen die Pflanzen-, Tier- und Pilzwelt

Aktuelle Informationen zu unserer Wiese findet Sie auf unserer Wiesen-Facebook-Seite

Bisher haben wir 703 Arten auf der Wiese nachgewiesen!

Zu den Pflanzen kommen sie hier!

Zu den Tieren hier!


Einleitung

Die Fläche befindet sich in Bochum-Laer im Ruhrgebiet (NRW) an der Schattbachstraße Ecke Am Palmberg und wird uns von der Stadt Bochum zur Verfügung gestellt. Mittlerweile haben wir bereits eine Wildhecke, als typisches Strukturelement einer Streuobstwiese, und mehrere neue Obstbäume gepflanzt. Zudem wurden an verschiedenen Stellen Vogel- und Fledermausnistkästen angebracht.

Um den bisherigen Pflegestau aufzufangen, wurden und werden Obstgehölze geschnitten, auch im Zuge unserer jährlich stattfindenen Obstgehölz-Schnittkursen.

Wieso sind Obstwiesen so wertvoll?

BUND-Obstwiese im April  (© Armin Jagel)

Obstwiesen besitzen einen hohen ökologischen Wert. Sie erhöhen die Biodiversität, bieten vielen Tierarten Nahrung und Unterschlupf und bereichern das Landschaftsbild durch ihre Blütenpracht. Dabei sind gerade alte hochstämmige Obstbäume, die Baumhöhlen und Totholz aufweisen, von Bedeutung. Auf ihnen leben viele Insekten und Spinnentiere, die wiederum als Nahrung für Vögel und Säugetiere dienen.

Warum greift der Mensch in das Ökosystem Obstwiese ein und lässt der Natur nicht freien Lauf?

Obstgehölzschnitt auf der Naturschutzwiese Obstgehölzschnitt auf der Naturschutzwiese  (© BUND Bochum)

In der Natur kommen Obstwiese nicht vor, sondern sie werden vom Menschen angelegt. Für den Erhalt müssen sie regelmäßig durch Gehölzschnitt und Mahd oder Beweidung gepflegt werden. Geschieht dies nicht, erobern nach und nach andere Gehölze die Fläche zurück. Gerade an nährstoffreichen Standorten werden Obstwiesen ohne Mahd oder Beweidung schnell von Brennnesseln und Brombeeren unterwachsen. Werden die Obstgehölze nicht gepflegt, führt dies meist zu einer kürzeren Lebensdauer der Bäume, wodurch sie das Alter, in dem sie ihren höchsten ökologischen Wert aufweisen, nicht mehr erreichen können.

Das Fazit lautet: Wenn eine Obstwiese im Sinne des Naturschutzes angelegt wird, muss diese auch regelmäßig bis ins hohe Alter der Gehölze gepflegt werden, damit sie wirklich einen hohen Wert für die Natur darstellt.  

Obst - Wiese, eine Streuobstwiese ist mehr als Obst!

Wanzen-Grabwespe (Astata boops, Crabronidae, Spheciformis/Grabwespen, Hymenoptera/Hautflügler) auf Wilder Möhre (Daucus carota). Die Weibchen legen die Eier im Boden auf Baumwanzenlarven ab, die sie in das Nest gezogen haben  (© Armin Jagel, 24.07.2018)

Wie es der Name bereits sagt, besteht eine Obstwiese nicht nur aus Obstbäumen, sondern diese stehen auf einer Wiese. Die hohe Artenvielfalt, die den Obstwiesen zugeschrieben wird, hängt zum größten Teil damit zusammen. Da in unserem Raum eine klassische Wiesennutzung zur Gewinnung von Heu heute keine Rolle mehr spielt, wird die Wiese unter den Bäumen (die sog. Unternutzung) meist vernachlässigt. Kaum eine Wiese verdient heute noch daher die Bezeichnung Wiese. Oft handelt es sich um Vielschnittrasen oder Weiden. Die Artenvielfalt einer Mähwiese geht dadurch verloren

Mit Unterstützung des Umwelt- und Grünflächenamtes Bochum entwickeln wir daher auf der Naturschutzwiese wieder eine bunt blühende Wiese, die sich so entwickeln soll, wie das im 19. Jahrhunderts der Fall war. Viele typische, bunt blühende Wiesenarten sind bereits vorhanden, sie müssen aber gefördert werden, um nicht zwischen den häufigen Gräsern unterzugehen. Da eine Beweidung durch Schafe dafür nicht geeignet ist, mähen wir - einmal im späten Frühjahr und einmal im Spätsommer - und räumen das Mahdgut ab, um die über die Jahre angereicherten Nährstoffe zu reduzieren. Die Mahd erfolgt weitgehend nach alter klassischer Methode mit der Sense. 

Apfelernte zusammen mit den Anwohner*innen

Apfelangebot für die Anwohner und Passanten außerhalb der Pflückzeiten

Damit sich die Pflanzen- und Tierwelt, unter denen sich auch eine Reihe gesetzlich geschützter und gefährdeter Arten befinden, ungestört entwickeln können, ist die Wiese von einem Zaun umgeben und das Betreten für Unbefugte verboten. Entsprechende Schilder wurden von der Stadt Bochum aufgestellt.

Zur Reife der Äpfel erfolgt die Ernte zusammen mit den Anwohner*innen des Stadtteils. Hierzu wird die Wiese einmal in der Woche ab 17 Uhr geöffnet und es kann sowohl Fallobst aufgelesen, als auch reife Äpfel von den Bäumen gepflückt werden. Hierzu können Leitern und Pflückgeräte mitgebracht werden. Bitte schreiben Sie uns eine Mail an info(at)botanik-bochum.de, dann nehmen wir Sie in den Verteiler auf, in dem wir über die Sammeltermine informieren.

Äpfel, die von außen erreichbar sind oder außerhalb des Zaunes herunterfallen, können gerne jederzeit geerntet werden. Bitte denken Sie dabei an Ihre Mitmenschen und nehmen nur für Ihren Eigenbedarf mit. Das Herunterknüppeln von Äpfeln oder das Abbrechen von Ästen ist selbstverständlich nicht erlaubt, weil es die Bäume schädigt. Fallobst von der Wiese wird auch während der Woche von Mitgliedern der BUND-Arbeitsgruppe gesammelt und in Behältern vor dem Zaun zur Verfügung gestellt, wo sie von Passant*innen für den Eigengebrauch mitgenommen werden können. 

Literatur zum Weiterlesen:

FRIEDRICH, G.; Petzold, H. 2008: Handbuch Obstsorten. 300 Obstsorten in Wort und Schrift. Stuttgart.

HEESFELDER MÜHLE e.V. (Hrsg.) 2004: Anlage und Pflege von Streuobstwiesen. Modellvorhaben "Obstwiesenschutz NRW" Region Süderbergland. Halver.

RIESS, H. W. 2015: Obstbaumschnitt in Bildern. Kernobst - Steinobst - Beerensträucher - Veredelung. 32. Auflage, München.

SANDERS, R. 2012: Das Apfel-Buch. Bielefeld.

STANGL, M. 2007: Obstbaumschnitt. 7. Auflage, München.

 

Ansprechpersonen

Annette Hoffstiepel (Gehölze), Armin Jagel & Corinne Buch (Wiese & Arten)


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