Kreisgruppe Bochum
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Wiese am Bergbaumuseum

31. Mai 2026 | Lebensräume, Naturschutz

In der Bochumer Innenstadt blüht gerade eine kleine Wiese vor einem unserer berühmtesten Sehenswürdigkeiten: dem Bergbaumuseum. Ein Teil mehrerer kleiner Angebote für Insekten im Stadtzentrum

Wiese am Bergbaumuseum Bochum  (© BUND Bochum)

Seit 2021 legt Sven Mühlhaus Wiesen im Innenstadtbereich von Bochum an und wird dabei vom BUND Bochum unterstützt. Anders als die ständig gemähten Zierrasen, die das meiste Stadtgrün dominieren, werden diese Flächen nur zweimal im Jahr gesenst und haben weit mehr zu bieten als nur Gänseblümchen und Löwenzahn. Eine dieser bunt blühenden Flächen ist gerade vor dem Bergbaumuseum zu bewundern. Eine kleine Ecke der Liegewiese am Eingang zur U-Bahn bietet Wildbienen, Schmetterlingen und anderen bestäubenden Insekten reichlich Nahrung. Hier blühen gerade Margeriten, wilde Nelken-Arten, Wiesen-Flockenblumen und Wiesen-Pippau in Weiß, Rosa und Gelb. Solche Wiesen hat Sven auch im Westpark auf Höhe der Alleestr. und im Kortumpark an der Wittener Str. angelegt. Nicht nur Insekten freuen sich daran, sondern auch Passant*innen bleiben stehen, zücken ihr Smartphone und machen Fotos. 

Weniger Freude äußern die Menschen manchmal, wenn Sven die Wiese Anfang/Mitte Juni senst. Und das auch noch genau dann, "wenn sie gerade am schönsten ist”. Das muss aber so sein! Es ist wichtig, um eine zweite Blüte der Wiese zu erreichen, um deren Blütezeit weit nach hinten zu verlängern. Die Fläche sieht zwar nach der Mahd erst mal reichlich trostlos aus, aber die Pflanzen wachsen wieder heran und nach etwa einem Monat beginnt es wieder zu blühen. Nun kommen sogar weitere Arten hinzu, die darauf gewartet haben, dass die Pflanzen der ersten Runde für sie Platz machen. Mit dieser Art der Pflege imitieren wir die Wiesenmahd, wie sie früher ganz üblich war. Erst die zunehmende “Industriealisierung” der Landwirtschaft seit den 1970er Jahren führte dazu, dass die allermeisten unserer Wiesen heute nicht mehr bunt, sondern nur noch grün sind, weil sie nur noch aus Gräsern bestehen. Echte Wiesenkräuter haben sich an eine zweimalige Mahd gewöhnt und bleiben nur dadurch erhalten. Mehr als zwei Mahden vertragen sie allerdings auf Dauer nicht. (AJ)   

Und hier noch ein Link dazu, wie die Wiese im Westpark entstanden ist  

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