Schon vor Wochen haben wir uns mit verschiedenen Akteuren rund um die von Stillegung bedrohte Johanneskirche in Bochum getroffen, um gemeinsam den Tag der Stadtnatur dort abhalten zu können. Alle Beteiligten waren hoch motiviert und haben sich gegenseitig unterstützt. Neben reichlich Kulinarischen wie z.B. veganes Chili sin Carne aber auch einem reichheiltigem Kuchenangebot, waren zahlreiche Infostände zu verschiedenen Themen zu bestaunen.
Hier ist die IG Grumme zu nennen, welche sich im Stadtteil für verschiedene Umweltthemen einsetzt. Insbesonder das Thema Wasserhaushalt, Gründach und Versickerung sind hier ein Anliegen der Gruppe. Aber auch die Förderung von Balkonkraftwerken ist zu nennen.
Der VCD wartete insbesondere mit einer Darstellung der unterschiedlichen Bremswege bei 30 und 50 km/h auf. Wer das gesehen hat, versteht, warum die Forderung nur sein kann, Tempo 30 in der Stadt.
Die Imkergruppe an der Johanneskirche hat ihren Honig verkauft und mehrfache Führungen zu den Bienenstöcken unternommen.
Am Kräuterstand konnte man selber z.B. Kräutersalz herstellen und fand versierte Ansprechpartnerinnen für alle Fragen rund um Wildkräuter und wie man sie einsetzt.
Das Atelier Fabula hat verschiedene handwerkliche, gestalterische Dinge gezeigt.
Und wir vom BUND haben unserer Versuche zum Thema Klimawandel aufgebaut. Dadurch konnten wir Interessierten die verschiedenen Aspekte des Themas erfahrbar machen.
Hier noch die komplette Bilderstrecke.
Wunderbare Blicke vom Himmel auf den Friedhof und seine ökologisch besonders wertvollen Ecken bieten wir hier auf der Bildstrecke
Hier der südwestliche Teil mit vielen alten Bäumen, die z.T. noch aus der Zeit der Gründung des Friedhofs stammen (1890) und den schweren Sturm Ela im Jahr 2014 überstanden haben. Ein Friedhof wie jeder andere?
(© Detlef Mährmann)
Die Grabfelder sehen tatsächlich so aus. Ordentlich gepflegte Gräser zwischen häufig gemähten Zierrasen
(© Detlef Mährmann)
Auffällig anders aber findet man seltsam geformten Gebilde, die sog. Urnengärten. Hier werden am Rand Urnen bestattet und die mittleren Bereiche bepflanzt und von der Friedhofsverwaltung gepflegt. Zahlreiche bunt blühenden Blumen findet man hier, die als "bienentauglich" gelten und den nektar- und pollensuchenden Insekten das ganze Jahr über etwas anbieten. Im rechten Bereich des Urnengarten blüht gerade der Japanische Schnurbaum.
(© Detlef Mährmann)
Urnengarten auf Feld K, eingefasst von Blumenwiesen in denen gerade das Wiesen-Labkraut blüht.
(© Detlef Mährmann)
Neben dem Urnengarten auf Feld 16 befindet sich ein Förderturm aus Totholzzweigen, in denen Tiere überwintern, sich vermehren und verstecken können.
(© Detlef Mährmann)
Der Förderturm liegt in einer unserer Wiesen, die nur noch zweimal im Jahr gemäht werden. Dadurch wachsen hier vielen Kräuter, die zur Blüte und zur Frucht gelangen können, was sie in den Vielschnittrasen nicht können, wie z.B. Storchschnabel, Johanniskraut und Raue Nelke.
(© Detlef Mährmann)
Es gibt vier große Wiesen. Auf Feld M liegt die erste, die wir angelegt haben mit Hornklee, Wiesen-Platterbse, Kuckucks-Lichtnelke, Wiesen-Labkraut, Wiesen-Flockenblume, Klappertopf u. v. m.
(© Detlef Mährmann)
Die Wiese auf Feld P ist die neueste, im Moment blühen Wiesen-Platterbse, Weidenröschen und Moschus-Malve. Hier gibt es für die Insekten außerdem einen großen Holzstapel aus Stammstücken einer Birke, die bei einem Sturm umgeworfen wurde.
(© Detlef Mährmann)
Die Wiese V fällt auf durch Karden, reichlich Disteln und Jakobsgreiskraut, die spät blühen und reichlich von Insekten aufgesucht werden. Hier wachsen auch Kreuzdorn und Faulbaum, die den Raupen des Zitronenfalters als Futterpflanze dienen.
(© Detlef Mährmann)
Die Wiese im hinteren Bereich wurde schon länger aus der häufigen Mahd ausgenommen und darf sich nun einfach entwickeln. Sie wird aber nun, wie die anderen, neu angelegten nur noch zweimal im Jahr gemäht.
(© Detlef Mährmann)
Weitere über 40 kleinere Wiesenstücke sind auf den übrigen Grabfeldern eingestreut, hier direkt am Eingang auf dem historischen Grabfeld. Auch dann, wenn gerade nichts blüht, dienen sie vielen Insekten als Versteck
(© Detlef Mährmann)
Im Zentrum des Friedhofs befindet sich ein großes Bienenhotel und eine Schautafel. Auch sie sind eingerahmt von Wiesenstücken
(© Detlef Mährmann)
Und selbst da, wo man es zunächst gar nicht vermutet, wachsen kleinere Wiesen wie hier links unten, wo gerade die weißblütige Wilde Möhre blüht.
(© Detlef Mährmann)