Nachtfalterleuchten mit einem Leuchtturm auf der BUND-Naturschutzwiese
(© Detlef Mährmann)
Alle BUND-Aktiven der verschiedenen Arbeitsgruppen waren eingeladen, am Nachtfalterleuchten auf der Naturschutzwiese an der Schattbachstr. teilzunehmen. Das Wetter war dafür fast perfekt und da die Wiese gerade gemäht worden war, konnte selbst mit vielen Personen nichts Kostbares zertreten werden. Es begann um 22:30 h und kaum waren die beiden Leuchttürme angeschaltet, saßen auch schon die ersten Falter daran und konnten bestimmt und fotografiert werden. Die sehr ausdauernden Teilnehmer*innen hielten bis 2 Uhr durch, weil immer wieder neue Arten zum Turm kamen.
An den schon vorher aufgehängten Ködersträngen wurden weitere Arten entdeckt, die durch die süße Köderlösung angelockt wurden. Andere Arten wurden beim Nektarsaugen an den blühenden Pflanzen in nicht-gemähten Bereichen der Wiese beobachten. Alles in allem kamen wir auf über 50 Nachtfalter-Arten. Darüber hinaus gab es natürlich auch Insekten aus anderen Gruppen wie z. B. Fliegen, Mücken, Köcherfliegen, Wanzen und Käfer.
Wer durch diesen Bericht Lust bekommen, auch einmal an einem solchen Event teilzunehmen, ist herzlich eingeladen zu unserer nächtlichen Veranstaltung am 22/23.08.2026 am Stiepeler Schleusenwärterhäuschen an der Ruhr. Dann leuchten wir zusammen mit Matthias Krisch vom NABU. Näheres gibt es hier HIER. (AJ)
Es handelt sich um das Licht zweier Leuchttürme, die Nachtfalter und andere Insekten anlocken ...
(© BUND Bochum)
Eine Hausmutter (Noctua pronuba, Eulenfalte/Noctuidae) zeigt ihre auffällig orange gefärbten Hinterflügel
(© Detlef Mährmann)
Gitterspanner (Chiasmia clathrata, Geometridae/Spanner). Eine Wiesenart, die auch tagsüber fliegt und deren Raupen an Klee-Arten frisst
(© Detlef Mährmann)
Vogelschmeißspanner (Lomaspilis-marginata, Spanner/Geometridae), dessen Färbung an Vogelkot erinnert. Es wird spekuliert, ob es sich dabei um einen Tarnung für tagsüber handelt
(© Armin Jagel)
Achat-Eulenspinner (Habrosyne pyritoides, Eulenspinner/Drepanidae). Die Färbung erinnert an den Halbedelstein Achat
(© Detlef Mährmann)
Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor, Schwärmer/Sphingidae). Seine Augen sind besonders lichtempfindlich und ermöglichen ihm sogar das Farbsehen in der Nacht
(© Detlef Mährmann)
Großer Schneckenspinner (Apoda limacodes, Schneckenspinner/Limacodidae). Der wissenschaftliche Name "Apoda" bedeutet "ohne Füße" und bezieht sich darauf, dass die Raupen keine Beine haben. Sie bewegen sich mit einer Kriechsohle und ähneln daher Schnecken
(© Detlef Mährmann)
Orangefarbener Kiefernwickler (Lozotaenoides formosana, Wickler/Tortricidae). Ein Neubürger unserer Fauna (Neozoon), der vor erst etwa 20 Jahren erstmals in NRW nachgewiesen wurde und sich seitdem stark ausgebreitet
(© Armin Jagel)
Brennnesselzünsler (Anania hortulata, Rüsselzünsler/Crambidae), dessen Raupen gerne an der Großen Brennnessel (Urtica dioice) fressen
(© Armin Jagel)
Blasser Nesselzünsler (Pleuroptya ruralis, Rüsselzünsler/Crambidae). Ihn kann man auch tagsüber an Blüten beobachten, wie z. B. am Wasserdost (Eupatorium cannabinum). Seine Raupen fressen ebenfalls an der Großen Brennnessel
(© Armin Jagel)
Unscheinbarer Graszünsler (Agriphila straminella, Rüsselzünsler/Crambidae). Eine von mehreren ähnlichen Arten, die man auch tagsüber in Wiesen sehen kann, wenn sie bei Störung auffliegen. Charakteristisch für diese Gruppe sind die auffälligen "Rüssel"
(© Armin Jagel)
Gespinstmotte (Yponomeuta spec., Gespinstmotten/Yponomeutidae). Der Name stammt von den Raupen, die ganze Sträucher blattleer fressen und mit ihrem Gespinst überspinnen können. Es gibt mehrere Arten, die aber oft nur anhand mikroskopischer Merkmale unterscheidbar sind
(© Armin Jagel)
Je später die Nacht, um so mehr Tier kommen zum Turm. Neben den vielen Faltern, für die das Licht extra konzipiert wurde, finden sich auch weitere Insekten anderer Insektenordnungen ein
(© Armin Jagel)
Gewöhnliche Langbauchschwebfliege (Sphaerophoria scripta, Schwebfliegen/Syrphidae)
(© Detlef Mährmann)
Mond-Köcherfliege (Limnephilus lunatus, Köcherfliegen/Limnephilidae), eine von mehreren Köcherfliegenarten, die Nachtfaltern ähnlich sehen
(© BUND Bochum)
Sechszehnfleckiger Pilz-Marienkäfer (Halyzia sedecimguttata, Marienkäfer/Coccinellidae))
(© Armin Jagel)
Gewöhnlicher Totengräber (Nicrophorus vespillo, Aaskäfer/Silphidae), der sich von Aas ernährt
(© Armin Jagel)
Großer Kolbenwasserkäfer (Hydriphilus piceus, Wasserkäfer/Hydrophilidae), der nicht am Turm saß, sondern durch die Wiese lief. Er ist mit etwa 5 cm Länge einer unserer größten Käfer. Auf der Wiese ist er wohl nur wegen seines guten Flugvermögens zu Besuch, denn es ist eigentlich ein Wasserkäfer
(© Armin Jagel)
Außerhalb des Lichtscheins der Türme wurden vorab Köderstränge aufgehängt, die mit ihrer Köderflüssigkeit ebenfalls Tiere anlocken
(© BUND Bochum)
Hausmutter (Noctua pronuba, Eulenfalter/Noctuidae), die nicht nur ans Licht, sondern gerne auch an Köder geht
(© Detlef Mährmann)
Hausmutter (Noctua pronuba, Eulenfalter/Noctuidae). Sie ist ein recht großer Falter, der in der Färbung sehr variabel ist und gelegentlich auch in Wohnungen auftaucht
(© Armin Jagel)