Erdkröte vorm Überqueren der vielbefahrenen Schattbachstr.
(© Armin Jagel)
Einleitung
In Bochum beginnen die Krötenwanderungen je nach Witterung Mitte Februar/Anfang März. Das Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt hat für das Jahr 2026 erneut alle Bochumer Naturschutzverbände um Mithilfe gebeten, beim Aufbau und der Betreuung der Amphibienschutzzäune mitzuwirken.
Der BUND Bochum hat wieder die Strecke an der unteren Gräfin-Imma-Straße in Stiepel auf Höhe der Teiche sowie die Höfestr./Untere Heintzmannstr. in Laer übernommen. Neu ist ein Abschnitt an der Springorumallee in Weitmar! Weitere Strecken werden vom NABU und AKU betreut. Diese liegen in Sundern (Am Bliestollen, NABU) und in Stiepel (Brockhauser Str., Auffahrt zur Kosterstr., AKU) sowie in Grumme (Grummer Teiche, NABU) und Bergen (NSG Tippelberg/Berger Mühle. NABU).
Bei der Anfahrt zu den Zäunen in Stiepel bitte beachten, dass die Blankensteiner Str. zwischen "Am Vahrenholt" und die Kosterstr. zwischen 19:00 Uhr und 6:00 Uhr gesperrt werden.
Termine/Uhrzeiten
Die Zäune der vom BUND betreuten Strecken werden Ende Februar/Anfang März aufgestellt. An den Stellen, wo wir keinen Zaun bauen können (besonders östlichen Teil der Höfestr. und an der Springorumallee, s.u.), müssen wir schon zu Beginn der Dämmerung oder kurz danach vor Ort sein! Bei den Kontrollen der Eimer im Bereich der Amphibienzäune kann dies später beginnen und das ist sogar sinnvoller, weil die Kröten erst einmal in die Eimer fallen müssen. Morgenkontrollen sind nur an den Strecken mit Zaun erforderlich, um die Eimer zu leeren. Kröten wandern dann nicht mehr.
Wichtiges für alle Kontrollen
Bei den Kontrollgängen müssen zum eigenen Schutz reflektierende Schutzwesten getragen werden! Bei Regenwetter und Dunkelheit ist das sehr wichtig, um für die Autofahrer*innen schon von weitem erkennbar zu sein. Bei allen Einsätzen sind Stiefel angebracht, weil es viele matschige Abschnitte gibt. Ihr benötigt eine Taschen- oder Stirnlampe. Wir werden Einmal-Handschuhe (aus Nitril, puderfrei, kein Latex!!) anbieten, zum Schutz der Haut von Mensch und Tier, vor allem zur Vermeidung von Übertragung von Pilzkrankheiten auf die Amphibien. Für die Höfestr. und Springorumallee bekommt ihr die Handschuhe vor Ort bei Armin, für die Gräfin-Imma-Str. bei Kathi und Holger. Jede Gruppe braucht mindestens einen Sammeleimer, der vor dem ersten Mal gründlich gesäubert werden muss. Wenn derselbe Eimer immer am selben Ort verwendet wird, ist kein tägliches Säubern nötig. Die Fangeimer selbst bleiben eingegraben im Boden. In ihnen muss immer genügend Laub vorhanden sein, in dem sich die Tiere verstecken können und wo sie Schutz vor Trockenheit finden. Außerdem muss ein Stöckchen am Rand des Eimers stehen, das anderen Tieren ermöglicht, den Eimer zu verlassen (Mäuse, Käfer, etc.). Die Kröten selbst können dadurch nicht den Eimer verlassen. Die Fangeimer sind alle unten durchlöchert, damit Wasser ablaufen kann, nicht immer geht das schnell genug und Tiere können ertrinken. Gegebenenfalls also das Wasser ausschütten.
Bei den Kontrollen bitte auch immer die Zäune checken. Der Zaun muss senkrecht stehen, damit die Tiere nicht darüber klettern können. Wenn es sich ändern lässt, dass er geneigt steht, dann so ausrichten, dass die Neigung in die Richtung zeigt, aus der die Tiere kommen. Es ist außerdem wichtig, dass der untere Rand des Zaunes gut dem Boden aufliegt. Hierzu wurde er mit Sand oder Erdboden beschwert, das kann aber bei Starkregen weggeschwemmt werden. Es dürfen keine Schlupflöcher entstehen, wo die Tiere durchkriechen können.
Die Zäune werden von mindestens zwei Personen jeweils morgens vor Sonnenaufgang und abends nach Sonnenuntergang kontrolliert. Man findet auch zwischen den Eimern Tiere, morgens oft unter dem Laub verbuddelt, weswegen man auf der Straßenseite des Zauns bleiben sollte!
Wichtig ist auch das rechtzeitige Leeren der Eimer am Morgen, bevor sich Fraßfeinde wie z. B. Mäusebussard, Uhu, Graureiher und Raben einfinden. In der Nacht sind es vor allem Ratten und Waschbären, die sich über die mundgerechte Versammlung in den Eimer freuen. Die Tiere in den Eimern werden nach Art und soweit möglich nach Geschlecht getrennt notiert. Nach dem Zählen werden sie auf der anderen Straßenseite ausgesetzt, am besten in etwa auf der selben Höhe, wo sie gesammelt wurden. Beim Notieren der gesammelten Tier auf jeden Fall die Wanderungsrichtung notieren! Dazu siehe unten.
Orte
Gräfin-Imma-Str. in Stiepel (Plan)
Treffpunkt: Parkplatz an der Stiepeler Dorfkirche. Die abzulaufende Strecke an den beiden Straßenseiten beträgt insgesamt etwa 550 m.
An der Gräfin-Imma-Straße liegen auf beiden Seiten der Straße Teiche, wodurch die Sache mit der Wanderungsrichtung etwas komplizierter ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der große Teich im Westen (der sog. Nacktbadeteich") als Ziel für die Tiere der beliebtere ist. Wir definieren daher als Hinwanderung die Richtung von Ost nach West (also hin zum großen Teich, das ist vom Parkplatz aus gesehen von rechts nach links, vgl. den Plan).
Brockhauser Str. zwischen Brüggeneystr. und Gräfin-Imma-Straße (Plan)
Auch auf diesem Abschnitt der Brockhauser Str. wurde früher ein Amphibienzaun aufgebaut, der aber schon vor einiger Zeit aufgrund stark abgenommener Zahlen wandernder Tiere eingestellt wurde. Es wandern dort aber immer noch zahlreiche Tiere, die auf der recht stark befahrenen Straßen reichlich überfahren werden. Wenn wir genügend Leute sind, kontrollieren wir auch diesen Abschnitt, und zwar schon kurz nach Beginn der Dämmerung. Die Wanderung erfolgt in beide Richtungen. Besonders viele Tiere sind an der tiefsten Stelle im Bereich der Mauer zu beobachten, wo insgesamt 11 Gullys existieren, in die die Tiere oft fallen, weil sie die Mauer laufen müssen. Hierfür sind sog. Krallmatten geplant, die aber noch nicht installiert sind.
Höfestr./Untere Heintzmannstr. in Laer/Steinkuhl (Plan)
Treffpunkte: An der Höfestr. kann man sich am besten am (ehemaligen) Restaurant Blauer Engel oder am Eingang zum Haus Laer treffen.
Während der Zeit der Kontrollen wird auf der Höfestr. von der Markstr. bist zum Eingang Haus Laer die erlaubte Höchstgeschwindikeit des Verkehrs auf 30 km/h herabgesetzt, dies ist in diesem Jahr aber nicht erfolgt! Es ist daher gefährlich auch für die Kontrollierenden, insbesondere im Bereich der S-Kurve. Überall Aufpassen! Kaum hält sich aber auch an eine Beschränkung, wenn sie eingerichtet ist! Der Bitte um Verkehrskontrollen ist die Polizei leider nicht gefolgt.
Anders als an der Gräfin-Imma-Str. gibt es an der Höfestr. im östlichen Teil einen Abschnitt ohne Zaun (südlicher Straßenrand von Hof Bergmann bis über die S-Kurve westlich Haus Laer). Hier müssen die Kontrollen intensiver sein und schon zu Beginn der Dämmerung starten, weil die Kröten bereits dann direkt auf die Straße krabbeln. Sie kommen einerseits über das Gelände von Haus Laer in der S-Kurve, andererseits über die Einfahrt zum Hof Bergmann. In dem beschriebenen Abschnitt steht ein Zaun nur auf der anderen Straßenseite an der oberen Böschungskante. Hier gibt es Eimer auf beiden Seiten, wo wir die von der Straßenseite kommenden Kröten abfangen, die es nachts lebend über die Straße geschafft haben. Für diese Kröten ist der Zaun nur störend, aber wir brauchen ihn, weil von der anderen Seite die Rückwanderer kommen. Diese Rückwanderer dann bitte auf der gegenüberliegenden Seite da wieder aussetzen, wo sie wahrscheinlich hinwollten (also Haus Laer oder Hof Bergmann). Morgens die Kröten nicht unbedingt auf die Zufahrt zum Hof Bergmann setzen, sondern daneben ins Gebüsch, dann können sie sich erst einmal im Gestrüpp verstecken, bis sie abends weiterwandern.
An der Höfestr. brauchen wir aus den genannten Gründen abends mindestens 3-4 Personen, von denen 1-2 immer an der Straße ohne Zaun bleiben. Zum Leeren der Eimer morgens reichen 2 Personen.
Weiter Aussparungen im Zaun sind im Westen des Blauen Engels, wo der Weg von Süden auf die Straße führt.
Auch an der Höfestr. beim Notieren die Wanderungsrichtung notieren! Hinwanderung bedeutet hier "hin zum großen Teich", der sich nördlich der Straße, nordwestlich des Blauen Engels befindet (Wanderungsrichtung also von Süd nach Nord).
Die Untere Heintzmannstr. geben wir im System getrennt ein, weil wir zeigen wollen, wie viele Tiere hier wandern. Bei der Hinwanderung kommen sie im Wesentlichen über die Pferdeweide, wandern also von Ost nach West, und sind auf dem Weg zum Feuchtgebiet (Plan).
Springorumallee in Weitmar (Plan)
An der Springorumallee haben wir zum ersten Mal einen Zaun gebaut, und zwar im nördlichen Teil des Grünzuges. Die Kröten wechseln aber zum großen Teil nördlich davon die Straßenseite, und zwar im Bereich des EBZs und deren Parkplatzes ggü. Sie kommen dabei aus den Gehölzen östlich des Parkplatzes und wandern in den angelegten Teich im Innenhof des EBZs. Auf dem Parkplatz können wir keinen Zaun errichten, weil er den Betrieb stören würde und wir auch keine Eimer in den Boden eingraben könnten. Es wandern außerdem Kröten auf der Zufahrt zum Gym-Parkplatz hinter dem Gym nördlich des EBZ-Parkplatzes.
Auch an den Stellen ohne Zaun wollen wir dafür sorgen, dass die Tiere nicht auf der Springorumallee gelangen überfahren werden. Sie müssen vorher abgesammelt und dann in den Teich gesetzt werden. Bitte auch auf der Straße vorsichtig sein. Dort ist derzeit noch 50 km/h erlaubt, was geändert werden sollte, aber noch immer nicht passiert ist. Auch Warnschilder wegen der Krötenwanderung wurden ärgerlicherweise nicht aufgestellt.
Ablauf der Kontrollen noch mal in Kürze
- Schutzwesten tragen!
- Handschuhe anziehen
- Tiere aus den Eimern und dazwischen im mitgebrachten Eimer sammeln, bestimmen (wenn möglich auch nach Geschlecht), notieren mit Wanderungsrichtung und auf der anderen Straßenseite wieder aussetzen
- Sammeleimer im Boden checken, ob auch Laub und ein Stock vorhanden
- Zaun checken, ob irgendwo Schlupflöcher entstanden sind oder der Zaun nicht mehr aufrecht steht
- bei der Gräfin-Imma-Str. drauf achten, dass die Sperrbake an der Brüggeneystr. die Zufahrt versperrt
Eingabe/Mitteilen der Daten
Die geretteten Tier werden später online in die Krötenretter-App eingetragen, die sowohl am PC als auch auf dem Handy funktioniert. Sie wurde uns vom ihrem Programmierer Matthias Busch zur Benutzung zur Verfügung gestellt, wofür wir uns ganz herzlich bedanken! Auch den Einsatzplan findet ihr in dieser App. Wer aber die Funde lieber per E-Mail mitteilen möchte, kann dies auch tun, dann bitte per Mail an Armin.
Die Betreuungsphase der Straßen beträgt witterungsabhängig 6-7 Wochen.
Hinweise zur Krötenretter-App
Zunächst müsst ihr euch einen Zugang verschaffen, in dem ihr euch mit eurer E-Mail-Adresse und einem selbstgewählten Passwort anmeldet. Zur Verifizierung auf den zugeschickten Link klicken. Wenn ihr dann rechts oben auf das Männchen und auf "Mitmachen" klickt, könnt ihr euch einen Verein aussuchen, bei der ihr euch beteiligen wollte. Dazu nicht auf den Verein klicken, sondern auf den grünen Button links daneben. Ihr werdet dann vom zuständigen Admin freigeschaltet. In der App kann man im Wesentlichen drei Dinge tun:
- Einsatz planen (links oben): hier kann sich jede*r eintragen für den Einsatz, schön übersichtlich, damit man gleich sehen kann, wann noch jemand fehlt
- Einsatz eingeben (links oben): hier werden die Ergebnisse der Kontrollen nach Tierarten und (wenn möglich) nach Geschlechtern getrennt eingegeben. Bitte dabei nach Hin- und Rückwanderung trennen (s. Erklärungen oben)
- Plan anschauen (links auf "Einsatz planen", dann unten auf den Button für "Karte"), hier kann man in den Einsatzort reinzoomen und den genauen Verlauf der Zäune bzw. der zu kontrollierenden Straßen sehen
- Geplante Einsätze wieder löschen: Wenn ihr für den Einsatz alleine in einer Zeile steht, dann Einsatz anklicken (er ist dann blau hinterlegt), es erscheint der Einsatz nur mit deiner Person. Unten rechts auf löschen klicken. Bei einem Einsatz zu mehreren nebeneinander zu einer Uhrzeit (z.B. drei Personen) auf euren Namen klicken. Dann aber NICHT auf löschen, sondern ganz nach oben scrollen. Über dem allerersten Teilnehmenden befindet sich eine Leerzeile. Die auswählen, dann speichern. Dann bleiben die anderen beiden der Schicht erhalten
Zu erwartende Arten
Wer sich orientieren über die Bestimmung und Verbreitung der Arten möchte, kann die folgenden Artikel lesen, bei denen es sich um die Arten handelt, mit denen wir zu rechnen haben:
Erdkröte, Grasfrosch, Bergmolch, Teichmolch und Salamander. Bei weitem dominiert die Erdkröte!. Welche Amphibien in Bochum darüber hinaus vorkommen (oder vorkamen), kann man auf der Seite des AKU nachlesen: Bochumer Amphibien.
Bestimmungsschlüssel zu Amphibien findet ihr außerdem hier
- Bestimmungsübersicht Landesamt Thüringen
- Bestimmungsschlüssel für Amphibien Froschlurche/Schwanzlurche/Froschnetz
- Bestimmungsschlüssel Amphibien/BUND Naturschutz in Bayern
Mithilfe
Je mehr helfen, desto geringer wird der Zeitaufwand für alle, daher ist jede*r herzlich willkommen, uns zu unterstützen, auch wenn es sich vielleicht nur um einzelne Tage handelt. Für die Aktion gibt es übrigens auch eine finanzielle Anerkennung für ehrenamtliches Engagement!
Ergebnisse
Hier die immer aktuellen Zahlen der geretteten Tiere
Wenn ihr die Möglichkeit habt, Werbung für die Aktion mit zu machen, könnt ihr dafür diesen Infozettel (sorry, muss noch aktualisiert werden) verwenden.
Wer sich bei dieser wichtigen und interessanten Tierschutzaktion beteiligen kann und möchte, meldet sich bitte bei Armin Jagel (E-Mail: amphibienschutz(at)bund-bochum.de)