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Kreisgruppe Bochum

Naturschutzwiese des BUND Bochum

Der BUND Bochum betreut eine kleine Streuobstwiese an der Schattbachstraße in Bochum-Querenburg. Die Obstgehölze werden durch regelmäßige Schnittmaßnahmen, auch im Zuge unserer jährlichen Schnittkurse, gepflegt. Neben dem Erhalt der Obstgehölze liegt uns auch der Schutz und die Förderung typischer Tier- und Pflanzenarten einer Streuobstwiese am Herzen.

Seit November 2015 pflegt der BUND Bochum eine Streuobstwiese!

Die Fläche befindet sich an der Schattbachstraße Ecke Am Palmberg und wird uns von der Stadt Bochum zur Verfügung gestellt. Mittlerweile haben wir bereits eine Wildhecke, als typisches Strukturelement einer Streuobstwiese, und drei neue Obstgehölze gepflanzt. Zudem wurden an verschiedenen Stellen Vogel- und Fledermausnistkästen angebracht.

Um den bisherigen Pflegestau aufzufangen, wurden und werden laufend Obstgehölze geschnitten, auch im Zuge unserer jährlich stattfindenen Obstgehölz-Schnittkursen. Ergänzt um einige Honigbienenvölker und einen Zaun zur viel befahrenen Schattbachstraße, gewinnt die Streuobstwiese immer mehr an Charakter. 

Wieso sind Obstwiesen so wertvoll?

Obstwiesen besitzen einen hohen ökologischen Wert. Sie erhöhen die Biodiversität, bieten vielen Tierarten Nahrung und Unterschlupf und bereichern das Landschaftsbild durch ihre Blütenpracht. Dabei sind gerade alte hochstämmige Obstbäume, die Baumhöhlen und Totholz aufweisen, von Bedeutung. Auf ihnen leben viele Insekten und Spinnentiere, die wiederum als Nahrung für Vögel und Säugetiere dienen.

BUND-Obstwiese im April  (© Armin Jagel)

Die Baumhöhlen dieser Gehölze werden gerne als Nistplätze genutzt. Die stark gefährdeten Steinkäuze (Athene noctua), der Wendehals (Jynx torquilla) und der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) sind u.a. typische Vogelarten einer Obstwiese. Auch zahlreiche Säugetierarten profitieren von Obstwiesen, wie beispielsweise Fledermäuse, Igel und Siebenschläfer. Nicht nur die Tier-, sondern auch die Pflanzenwelt findet hier eine Nische. In der Krautschicht der Obstwiesen sind oft eine hohe Anzahl blühender Wiesenkräuter zu finden, auf unserer Wiese sind es derzeit ohne Gräser etwa 70 verschiedene Arten.

Warum greift der Mensch in das Ökosystem Obstwiese ein und lässt der Natur nicht freien Lauf?

Obstgehölzschnitt auf der Naturschutzwiese Obstgehölzschnitt auf der Naturschutzwiese  (© BUND Bochum)

Die Antwort darauf ist ganz leicht: ohne den Menschen gäbe es gar keine Obstwiesen! In der Natur kommen Obstwiese nicht vor, sondern werden erst vom Menschen geschaffen. Dementsprechend müssen sie regelmäßig durch Gehölzschnitt und Mahd oder Beweidung des Unterwuchses gepflegt werden. Geschieht dies nicht, erobern andere Laubbäume und -sträucher die Fläche zurück. Gerade an nährstoffreichen Standorten werden Obstwiesen ohne Mahd oder Beweidung schnell von Brennnesseln und Brombeeren unterwachsen. Werden die Obstgehölze nicht gepflegt, führt dies meist zu einer kürzeren Lebensdauer, wodurch sie das Alter, in dem sie ihren höchsten ökologischen Wert aufweisen, nicht mehr erreichen können.

Das Fazit lautet: Wenn eine Obstwiese im Sinne des Naturschutzes angelegt wird, muss diese auch regelmäßig bis ins hohe Alter der Gehölze gepflegt werden, damit sie wirklich einen Wert für die Natur darstellt.  

Wir mähen!

Ab 2017 wollen wir auf der Naturschutzwiese wieder eine bunt blühende Wiese entwickeln. Viele typische, bunt blühende Wiesenarten sind bereits vorhanden, sie müssen aber gefördert werden, um nicht zwischen den häufigen Gräsern unterzugehen. Da eine Beweidung durch Schafe dafür nicht geeignet ist, mähen wir nun. In den ersten Jahren muss dies mindestens zweimal erfolgen, um die über die Jahre angereicherten Nährstoffe zu reduzieren. Die Mahd erfolgt weitgehend nach alter klassischer Methode mit der Sense. Da die Fläche aber sehr groß ist und sehr viel große Gräser und Brennnesseln vorhanden sind, verwenden  wir zur Unterstützung auch einen Freischneider.  

Hier einige Bilder von Pflanzen, Pilzen und Tieren von der Naturschutzwiese

Literatur zum Weiterlesen:

FRIEDRICH, G.; Petzold, H. 2008: Handbuch Obstsorten. 300 Obstsorten in Wort und Schrift. Stuttgart.

HEESFELDER MÜHLE e.V. (Hrsg.) 2004: Anlage und Pflege von Streuobstwiesen. Modellvorhaben "Obstwiesenschutz NRW" Region Süderbergland. Halver.

RIESS, H. W. 2015: Obstbaumschnitt in Bildern. Kernobst - Steinobst - Beerensträucher - Veredelung. 32. Auflage, München.

SANDERS, R. 2012: Das Apfel-Buch. Bielefeld.

STANGL, M. 2007: Obstbaumschnitt. 7. Auflage, München.

 

 

Ansprechpersonen

Stephanie Bednarz und Patrick Matuszewski


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Was blüht?

März

- Schneeglöckchen 
- Gelbe Narzisse
- Narzisse 'Tete a Tete'  
- Kirschpflaume
- Feld-Ulme
- Behaartes Schaumkraut
- Gänseblümchen
- Hohe Schlüsselblume
- März-Veilchen
- Sal-Weide
- Scharbockskraut
- Kleine Traubenhyazinthe
- Hecken-Ehrenpreis
- Gundermann

April

- Pflaumenbaum
- Kirschbaum
- Birnbaum
- Wiesen-Schaumkraut
- Efeublättriger-Ehrenpreis
- Löwenzahn
- Trauben-Holunder
- Malus domestica
- Echte Schlüsselblume
- Vogelmiere
- Acker-Schmalwand
- Feld-Hainsimse
- Gefleckte Taubnessel
- Großer Sauerampfer
- Wiesen-Fuchsschwanz 
- Kriechender Günsel
- Bärlauch

Mai

- Weißdorn
- Zaun-Wicke
- Gewöhnliches Hornkraut
- Quitte
- Scharfer Hahnenfuß
- Gamander-Ehrenpreis
- Dolden-Milchstern
- Wiesen-Kerbel
- Taube Trespe
- Weiche Trespe
- Kriechender Hahnenfuß
- Kleiner Klee
- Schlitzblättr. Storchschnabel
- Wiesen-Klee
- Viersamige Wicke
- Spitz-Wegerich
- Bläuliches Wiesen-Rispengras
- Gewöhnl. Wiesen-Rispengras
- Behaarte Segge
- Stinkender Storchschnabel
- Gewöhnlicher Schneeball
- Glatthafer
- Kletten-Labkraut
- Hornklee
- Wiesen-Rispengras
- Wiesen-Knäuelgras
- Wiesen-Schwingel
- Wolliges Honiggras
- Kammgras
- Echte Nelkenwurz
- Taubenkropf-Leimkraut
- Wiesen-Platterbse
- Goldhafer
- Wild-Rose

Juni

- Gras-Sternmiere
- Giersch
- Rot-Schwingel
- Behaarte Wicke
- Acker-Winde
- Kleiner Odermennig
- Stumpfkantiges Johanniskraut
- Kleine Braunelle

Juli

- Jakobs-Greiskraut
- Wilde Möhre
- Acker-Kratzdistel
- Geflügeltes Johanniskraut

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