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Kreisgruppe Bochum

Pflanzen, Pilze und Flechten auf der BUND-Naturschutzwiese in Bochum-Querenburg

Hier beschreiben wir, wie unsere Obstwiese aufgebaut ist, und führen eine Reihe von Pflanzen-, Pilz- und Flechtenarten auf, die wir auf unserer Streuobstwiese finden konnten.

Artenvielfalt auf einer Obstwiese bedeutet Artenvielfalt in der Wiese

Eine gut strukturierte Obstwiese hat mehr zu bieten als Obstbäume und Gras! Sie besteht vor allem aus einer artenreichen Wiese, die neben zahlreichen Grasarten viele bunt blühende Kräuter aufweist. Die Blüten sind wichtig als Nahrungsquelle für Insekten. Alle Pflanzenarten haben aber auch darüber hinaus vielfältige Funktionen im Gefüge des Lebensraumes Obstwiese. Gedanken über die Artenvielfalt auf Obstwiesen finden Sie unter "Mindestens 5000 Arten ... Die Vegetation von Streuobstwiesen und ihr Beitrag zur Biotopqualität"

Wir wir die verlorengegangene Artenvielfalt durch Mahd wieder auf unsere Wiese zurückbekommen, werden wir an anderer Stelle ausführlich beschreiben.

Bisher haben wir 157 Blütenpflanzen, 15 Moosarten, 12 Flechtenarten, 27 Pilzarten und zwei Algenarten auf der etwa 0,5 ha großen Streuobstwiese nachgewiesen.

Bäume und Sträucher auf der Wiese

Vielblütige Rosa (Rosa multiflora) auf der BUND-Obstwiese in Bochum  (© Armin Jagel. 28.05.2018)

Neben den Obstbäumen kann man auf unserer Wiese weitere, locker eingestreute Sträucher finden, wie z. B. zwei Rosen-Arten und eine Brombeere. Um auch die sehr früh im Jahr auftretenden Insektenarten zu verköstigen, wächst bei uns eine mächtige Sal-Weide (Salix caprea). Etwa in der Mitte der Wiese stehen zwei hohe Fichten (Picea abies), die noch aus der Zeit stammen, als hier ein Garten war. Sie gehören nicht auf eine Obstwiese, da sie die Obstbäume beschatten, führen aber zu einer Strukturierung, die einige Pflanzen- und Pilzarten begründet, wie z. B. den Safranschirmling (Chlorophyllum olivieri) und den Schwarzpunktierten Schneckling (Hygrophorus pustulatus).

Auf zwei Seiten der Wiese hat der BUND ein Hecke aus einheimischen Sträuchern gepflanzt, bzw. ist noch dabei. Diese Hecken bringen eine weitere Struktur in den Lebensraum und ermöglichen das Auftreten von Arten, die typisch sind für nährstoffreiche Wald- und Gebüschränder, wie z. B. die Große Brennnessel (Urtica dioica) und der Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum). 

Die Obstwiese auf der anderen Straßenseite

Auch der kleinere Teil der Obstwiese auf der anderen Seite der Schattbachstraße gehört zu unserer Fläche, auch wenn er nicht umzäunt ist. Hier wächst neben den Obstbäumen ein außergewöhnliche großer, prachtvoller Weißdorn (Crataegus).

Auf dieser Fläche gibt es mehrere Einflüsse, die das Auftreten von Arten zur Folge haben, die nicht unbedingt typisch sind für Obstwiesen. So gibt es einen kleinen Hügel, der aus Gartenabfällen und Schutt entstanden ist, die hier immer wieder abgelagert werden und z. T. auch heute noch werden.

Man findet auf diesem Wiesenstück außerdem einige Relikte aus ehemaligen Anpflanzungen von Zierpflanzen wie z. B. verschiedene Narzissen-Sorten (Narcissus), eine Pfingstrose (Paeonia), eine Schachblume (Fritillaria meleagris) und eine Gruppe Bärlauch (Allium ursinum). Eine Randstreifen ("Bankette") um die Fläche herum wird von der Stadt regelmäßig gemäht, wodurch hier ein Zierrasen entstanden ist mit den dafür typischen Arten wie Lolch (Lolium perenne) und Gänseblümchen (Bellis perennis). Die Randbereiche der Fläche werden immer wieder gestört und dabei der Boden aufgerissen. Daher tauchen auch Acker- und Gartenunkräuter sowie Ruderalarten auf, z. B. Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus) und Acker-Senf (Sinapis arvensis).

Artenlisten, Fotos und Dank

Rechts neben diesem Text führen wir eine Reihe von Arten unserer Wiese auf. Die Blütenpflanzen sind dabei in der Reihenfolge angeordnet, wie sie auf der  Obstwiese aufblühen. Dies kann sich von Jahr zu Jahr zeitilich etwas verschieben, die Aufblühreihenfolge bleibt aber im Großen und Ganzen dieselbe. 

Bei der Bestimmung der Kryptogamen unterstützen uns verschiedene Fachleute, denen wir hier herzlich danken möchten: Thomas Kalveram (Essen) vom Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr (APR) bei den Pilzen und Dr. F. Wolfgang Bomble (Aachen) bei den Moosen und Flechten.

Blütenpflanzen auf der Naturschutzwiese

Moose auf der Naturschutzwiese

Flechten auf der Naturschutzwiese

Pilze auf der Naturschutzwiese

Ansprechpersonen

Armin Jagel & Corinne Buch


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Artenlisten

Tiere (klicken)

Blütenpflanzen und Farne 

Februar

Schneeglöckchen 
Hohe Schlüsselblume 

März

Feld-Ulme 
Gelbe Narzisse
Behaartes Schaumkraut
Scharbockskraut
Kirschpflaume
Gänseblümchen
Sal-Weide

April

Kleine Traubenhyazinthe
Hecken-Ehrenpreis
Gundermann
Pflaumenbaum
Kirschbaum
Birnbaum
Löwenzahn
Wiesen-Schaumkraut
Efeublättriger-Ehrenpreis
Trauben-Holunder
Malus domestica
Vogelmiere
Acker-Schmalwand
Kleiner Wiesenknopf
Feld-Hainsimse
Großer Sauerampfer
Wiesen-Fuchsschwanz 
Bärlauch
Gewöhnliches Hornkraut
Quitte 

Mai

Kriechender Günsel
Weißdorn
Zaun-Wicke
Dolden-Milchstern
Scharfer Hahnenfuß
Wiesen-Kerbel 
Gamander-Ehrenpreis
Fettwiesen-Margerite
Taube Trespe
Weiche Trespe
Kriechender Hahnenfuß
Kleiner Klee
Schlitzblättriger Storchschnabel
Wiesen-Klee
Viersamige Wicke
Spitz-Wegerich
Bläuliches Wiesen-Rispengras
Gewöhnl. Wiesen-Rispengras
Behaarte Segge
Stinkender Storchschnabel
Gewöhnlicher Schneeball
Glatthafer
Kletten-Labkraut
Hornklee
Wiesen-Rispengras
Wiesen-Knäuelgras
Wiesen-Schwingel
Wolliges Honiggras
Kammgras
Echte Nelkenwurz
Taubenkropf-Leimkraut
Vielblütige Rose
Wiesen-Platterbse
Goldhafer
Wild-Rose

Juni

Gras-Sternmiere
Giersch
Rot-Schwingel
Behaarte Wicke
Acker-Winde
Kleinköpfiger Pippau
Blutweiderich
Zittergras
Moschus-Malve
Kleiner Odermennig
Kleine Braunelle
Weißes Straußgras
Stumpfkantiges Johanniskraut
Strahlenlose Kamille

Juli

Jakobs-Greiskraut
Wilde Möhre
Acker-Kratzdistel
Gewöhnliche Kratzdistel
Geflügeltes Johanniskraut
Dornige Hauchechel
Gewöhnliches Ferkelkraut
Wiesen-Pastinak


Algen

Blaualge


Moose

Brachythecium rutabulum
 (Gew. Kurzbüchsenmoos)
Calliergonella cuspidata
 (Spitzblättriges Spießmoos)
Dicranum tauricum
 (Steifblättriges Gabelzahnmoos)
Eurhynchium hians
 (Kleines Schönschnabelmoos)
Frullania dilatata
 (Breites Wassersackmoos)
Gewöhnl. Grünstängelmoos
 (Scleropodium purum)
Hypnum cupressiforme agg.
 (Zypressenschlafmoos)
Orthotrochum affine
 (Verwandtes Goldhaarmoos)
Orthotrichum diaphanum
 (Glashaar-Goldhaarmoos)
Orthotrichum pulchellum s. l.
 (Hübsches Goldhaarmoos)
Plagiomnium affine
 (Verwandtes Kreichsternmoos)
Plagiomnium undulatum
 (Welliges Sternmoos)
Rhytidiadelphus squarrosus
 (Sparriger Runzelpeter)
Tortula papillosa
 (Papillen-Verbundzahnmoos)

Flechten

Candelaria concolor
 (Leuchterflechte)
Flavoparmelia caperata
 (Caperatflechte)
Hypotrachyna afrorevoluta
 (Grobgebogene Flachschüsselflechte)
Lecidella elaeochroma
 (Olivgrüne Schwarznapfflechte)
Melanelixia glabratula
 (Samtige Braunflechte)
Parmelia sulcata
 (Sulcatflechte)
Phaeophyscia orbicularis
 (Gewöhnliche Schwielenflechte)
Physcia adscendens
 (Helm-Schwielenflechte)
Physcia tenella
 (Kleine Schwielenflechte)
Punctelia jeckeri
 (Krausblättrige Punktflechte)
Punctelia subreducta
 (Gefleckte Punktflechte)
Xanthoria parietina
 (Gewöhnliche Gelbflechte)


Pilze

Ahornrunzelschorf
Blauer Rindenhemling
Brauner Büschelrasling
Brennnessel-Kugelpilz
 (Leptosphaeria acuta)
Brennnesel-Mehltau
 (Erysiphe urticaea)
Buckeltramete
Büscheliger Faserling
 (Psathyrella multipedata)
Düngerling
 (Paenolus spec.) 
Faltentintling
Fleischrosa Schirmling
Goldmistpilz
Grünblättr. Schwefelkopf
Grünblauer Träuschling
Häubling
 (Galerina spec.)
Puppenkernkeule
Rosablättriger Egerlingschirmling
 (Leucoagaricus leucothites)
Safranschirmling
 (Chlorophyllum olivieri s. l.)
Schmalblättriger Faserling
 (Psathyrella spadiceogrisea)
Schopftintling
Schwarzpunktierter Schneckling
Schwefelporling
Stockschwämmchen
Täubling
 (Russula spec., auf Fichte)
Weidenrost
Wolligfädige Rißpilz
 (Inocybe sindonia)

 

 

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