Kreisgruppe Bochum

Frage

In Gewerbegebieten wird viel Platz für den Bau von Parkplätzen in Anspruch genommen. Die
großen Hallendächer von Gewerbeimmobilien werden meist nicht für Fotovoltaik oder zur
Dachbegrünung genutzt.
Werden Sie  in neuen Gewerbegebieten die Anzahl der flächenverbrauchenden Großparkplätze durch z.B. einen vorgeschriebenen Bau von Tiefgaragen reduzieren und auf neuen wie bestehenden gewerblichen Flachdächern Dachbegrünung und/oder Fotovoltaikanlagen über Satzungen oder städtebauliche Verträge vorschreiben?

SPD

Es werden kaum neue Gewerbegebiete ausgewiesen, was auch kritisiert wird. Meistens geht es um neue Nutzungen in bestehenden Gebieten. Prominentes Beispiel sind die Opel-Flächen. Dort sehen die Pläne entlang der Wittener Straße Dachbegrünungen vor. Ebenerdige Parkplätze werden vermieden zugunsten von Parkhäusern, integrierten Parkgeschossen und Tiefgaragen. Ganz wichtig ist hier die gute Anbindung an Bus und Bahn. Dafür steht die SPD.

BÜNDNIS 90 / Die Grünen

[…] In Gewerbegebieten [sollte Anm. d. Red.] Parkpaletten der Vorzug vor Tiefgaragen gegeben werden [soll Anm. d. Red.], da sie kostengünstiger sind, weniger in den Boden eingreifen und darüber hinaus begrünt werden können.

In neuen Bebauungsplänen für den Wohnungsbau haben wir die verpflichtende Dachbegrünung und/oder Fotovoltaik schon durchgesetzt, ebenso sind alte Bebauungspläne in Hitzeinseln diesbezüglich zu überprüfen und nachzurüsten. Für Gewerbegebiete wollen wir das künftig auch durchsetzen.

(Anm. d. Red.: Die Antwort wurde gekürzt.)

 

CDU

Wir setzen auf Förderung. Wir werden ein kommunales Programm zur Unterstützung der Begrünung oder Solarnutzung von Dächern von Privat- und Gewerbeimmobilien auflegen. Als Stadt werden wir vorangehen und alle städtischen Dächer, die für diese Nutzungen geeignet sind, nutzen. Wir wollen die Brennstoffzellentechnologie und die Erdwärme fördern.

FDP

Wir wollen, dass für alle Bauprojekte in Bochum geeignete Konzepte für den Ausgleich von damit einhergehenden Flächenversiegelungen vorgelegt werden. Dies trifft auch hier zu. Darüber hinaus setzen wir uns für flächensparsame Quartiersparkhäuser bzw. Tiefgaragen ein, um den Flächenverbrauch zu reduzieren. Für alle Bauprojekte in Bochum sollen geeignete Konzepte für den Ausgleich von damit einhergehenden Flächenversiegelungen vorgelegt werden (z. B. Dachbegrünungen oder die Smart-Roof Technologie), um urbane Hitzeinseln zu vermeiden. Wir setzen zudem lieber auf Anreize, um bestehende Flachdächer zu begrünen, als auf Verpflichtungen zu setzen. Wer auf Dachbegrünung setzt, soll bei Abwassergebühren begünstigt werden. Zudem sollte die Stadt selbst mit gutem Beispiel voran gehen und öffentliche Gebäude möglichst begrünen.

Die LINKE

Ja, wir wollen dafür sorgen, dass die Stadt stärker die Möglichkeiten nutzt, die es bei der Aufstellung von Bebauungsplänen und städtebaulichen Verträgen gibt. Aktuell werden Änderungen häufig auf Wunsch von Investoren vorgenommen, während es Verbesserungen
zu Gunsten der Allgemeinheit viel seltener gibt. Flächensparendes Bauen (z.B. Tiefgaragen statt großflächiger Versiegelung) wollen wir auch dann durchsetzen, wenn es für Investoren teurer ist. Dachnutzung zur Strom- und ggf. Warmwassererzeugung sowie Dachbegrünung
wollen wir zum Normalfall machen.

Soziale Liste

Die Versiegelung von privaten und öffentlichen Flächen durch Beton und/ oder Steine muss unterbunden werden. Dazu sollen die entsprechenden Bebauungspläne und Satzungen der Stadt Bochum geändert werden.

Stadtgestalter

Dies sollte in dem von uns voreschlagenen Begrünungsplan mit umgesetzt werden (siehe auch 2. Frage zum Thema Stadtplanung ). Vorzusehen wären auch Sammelparkhäuser für Gewerbegebiete, in denen alle Fahrzeuge für die
Gewerbebetriebe abgestellt werden, soweit sie nicht der An- und Ablieferung dienen.