Kreisgruppe Bochum

Frage

Im Zuge der Klimakrise und der damit verbundenen Hitzeentwicklungen besonders in der Innenstadt ist die Begrünung von besonderer
Bedeutung.
Was planen Sie, um das innerstädtische Grün zu fördern und somit der Hitzeentwicklung entgegen zu wirken?
In welchen Bereichen der Innenstadt können Sie sich eine parkähnliche Grünzone vorstellen, und wie kann es stadtplanerisch umgesetzt werden?

SPD

Die SPD will den Emscher-Umbau weiter vorantreiben (renaturierte Bäche, aber auch große Rückhalteflächen). Davon erwarten wir uns auch positive Entwicklungen hinsichtlich der Hitze-Entwicklung (Verdunstung etc.). Hitzeinseln wollen wir mit mehr Bäumen (Bochum-Strategie), begrünten Dächern und Fassaden, Regenrückhaltung (Zisternen) lindern. Deshalb sind kommunale Förderprogramme teilweise gezielt auf solche Hotspots ausgerichtet. Dachbegrünungen werden bereits wo immer möglich in Bebauungsplänen festgesetzt und gefördert.
Die Innenstadt ist von Parks umgeben: Stadtpark, Kortumpark, Westpark oder Appolonia-Pfaus-Park. Grünflächen können besser verknüpft werden. Dabei könnten Radwege eine Rolle spielen, etwa der Radschnellweg, der in Stahlhausen durch eine neue Grünanlage führt. Von der laufenden Mobilitätsuntersuchung erwartet die SPD spannende Lösungsvorschläge, etwa für den Innenstadt-Ring. Wir wollen die Stadtteile beachten, zum Beispiel in Wattenscheid den SPD-Vorschlag für einen Gondelteich.

BÜNDNIS 90 / Die Grünen

Die Innenstadt benötigt mehr grüne Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig müssen Frischluftschneisen für die Innenstadt erhalten werden. Entsiegelte Flächen sowie begrünte Dächer und Fassaden senken die örtliche Temperatur durch Verdunstungskälte. Auch indem wir den oberirdischen Parkraum reduzieren, entsteht Platz für Grünflächen. Außerdem setzen wir uns [u. a. Anm. d. Red.] ein für

- von Bürger*innen getragene Projekte fördern, wie Urban Gardening, Beet- und Baumpatenschaften.

-[…]

(Anm. d. Red.: Die Antwort wurde gekürzt.)

Die innerstädtischen Plätze werden in den nächsten Jahren Schritt für Schritt neu gestaltet. Beim Husemannplatz liegt seit kurzem eine Planung für einen deutlich grüneren Platz als bisher vor. Bei den anderen Plätzen stellen wir uns das ähnlich vor. Die bestehenden Parks sind unbedingt zu erhalten (z.B. Appollonia-Pfaus-Park) und aufzuwerten.

CDU

Wir werden den Baumbestand innerhalb der Stadt wieder erhöhen. Wir wollen, dass Baumpflege Vorrang hat vor Baumfällungen. Wir werden ein kommunales Förderprogramm für Dachbegrünungen, Dachgärten und Urban Gardening schaffen. Wir wollen die Renaturierung von Bachläufen fortführen, auch in den Stadtteilzentren.
Der Appolonia-Pfaus-Park könnte als Grünzone aufgewertet und mehr Aufenthaltsqualität  erhalten. Dazu können in der Innenstadt mehr Bäume gepflanzt werden und die Plätze wie z.B. Husemannplatz, Dr.-Ruer-Platz oder der Platz am Kuhhirten sollten mit mehr Grün ausgestattet werden.

FDP

Wir wollen für alle öffentliche Gebäude Versieglungsausgleiche oder Konzepte zur Entsieglung umsetzen, um in der Innenstadt das Klima zu verbessern und Hitzeinseln zu reduzieren. Dies gilt insbesondere für den Dr.-Ruer-Platz, den Husemannplatz und den Massenberg-Boulevard. Außerdem wollen wir, dass in zentralen Lagen Baulücken nicht geschlossen, sondern mit Grünanlagen aufgefüllt werden, um den Erholungscharakter zu steigern und Flächenversieglung zu vermeiden. Den Platzbedarf decken wir durch modernen Hochbau und ein Dachausbauprogramm.

Die LINKE

Die Bochumer LINKE fordert ein Handlungskonzept gegen urbane Hitzeinseln, das bei allen städtebaulichen Maßnahmen berücksichtigt wird: Konsequentes Anpflanzen/Nachpflanzen von Bäumen und Straßenbegleitgrün, Pflege/Ausbau von Brunnen/Wasserflächen, mehr
Dach- und Fassadenbegrünung, Dachgärten, Aufwertung und Ausweitung von Grünflächen und Parks, Hochbeete, Rankgerüste und vertikale Raumbegrünung (grüne Wände) in den Bereichen, in denen das Anpflanzen tiefwurzelnder Bäume und Sträucher nicht möglich ist.
Es muss verhindert werden, dass der Appolonia-Pfaus-Park verkleinert wird. Der einzige Innenstadt-Park darf nicht teilweise bebaut werden, wie das auf städtischen Planskizzen zu sehen war. Er muss vergrößert und attraktiver werden. Wir wollen alle Plätze grüner machen (Handlungskonzept gegen Hitzeinseln). Leider wurde das ehemalige Justizgelände einem privaten Investor überlassen, sonst wäre diese Fläche prädestiniert für eine parkähnliche Grünzone. Die Stadt muss hier und auch bei anderen Bauprojekten trotzdem auf eine parkähnliche Gestaltung drängen.

Soziale Liste

Siehe Stadtplanung - Frage 1

Stadtgestalter

Die STADTGESTALTER schlagen einen Begrünungsplan für die Stadt vor, der mehr Grün in allen Bereichen vorsieht (u.a. auf Dächern, an
Fassaden, zus. Grünflächen und Parks): die-stadtgestalter.de/2019/07/21/mehr-gruen-fuer-die-stadt/
Zu parkähnlichen Grünzonen haben die STADTGESTALTER neben einer Erweiterung des Appolina-Pfaus-Parks besonders zwei Vorschläge gemacht:
- Ein Dachpark für die Innenstadt: die-stadtgestalter.de/2018/11/24/innenstadt-dachpark-die-3-stadtdimension/
- Ein Pocket-Park am neuen Propstei-Platz die-stadtgestalter.de/2016/04/16/neuer-platz-fuer-bochum/