Kreisgruppe Bochum

Frage

Bereits in den 1920er Jahren wurden durch den Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk Grünzüge
festgelegt, die für eine bessere Luft im Ruhrgebiet sorgen sollten.
Wie planen Sie die aktive Weiterentwicklung und Erweiterung dieser Grünzüge (durch Umwandlung bei Aufgabe von Gewerbeflächen, durch Bauleitplanung etc. )?

SPD

In erster Linie geht es darum, die Grünzüge zu schützen und qualitativ weiterzuentwickeln. Dazu gibt es Festsetzungen etwa in Plänen des Regionalverbands Ruhr. Außerdem setzt sich die SPD ganz konkret für größere Naturschutzgebiete ein. Nach dem Hörster Holz (Dahlhausen) und den Ruhrauen (Stiepel) stehen unter anderem die Ruhrsteilhänge (Sundern) auf der Liste. Die Naturschutzgebiete sollen für Bürger*innen zugänglich bleiben.

BÜNDNIS 90 / Die Grünen

Wir werden uns bei der Fortsetzung der Beratung um den Regionalplan weiter für den Erhalt und möglichst auch die Erweiterung der Regionalen Grünzüge einsetzen. Darüber hinaus haben wir u.a. folgende Ziele zur Stärkung des Grüns:

- Landschaftspläne zügig überarbeiten: analog zu den Plänen, die für den Außenbereich gelten, einen Grünflächenplan für Bochums Innenbereich erarbeiten,

- weitere Naturschutzgebiete schnell ausweisen und – wo möglich – bestehende Naturschutzgebiete erweitern. […]

- […]

(Anm. d. Red.: Die Antwort wurden gekürzt.)

 

CDU

Die Grünzüge sollen erhalten bleiben und dort wo es möglich ist, auch weiterentwickelt werden. Aufgrund fehlender Gewerbeflächen in der Stadt wollen wir durch gezielte Aufbereitung von Altflächen ausreichend Möglichkeiten zur Ansiedlung von Arbeitsplätzen schaffen.

FDP

Regionale Grünzüge sind für das Ruhrgebiet ein wichtiges Instrument zur Erhaltung von Natur und Landschaft. Sie dürfen aber nicht zu einem starren Korsett in der kommunalen Bauleitplanung werden. Die FDP spricht sich für einen offenen Prozess in den Kommunen aus, die damit verbundenen Ziele der Regionalplanung mit der Bevölkerung zu diskutieren und neue Möglichkeiten für die Gestaltung ökologisch sinnvoller Grünzüge zu entwickeln.

Die LINKE

Die Aufarbeitung und Renaturierung von Industriebrachen muss beschleunigt werden, auch mit dem Ziel zusätzlicher Flächenentsiegelung. Bei der Planung von Neubauten muss auf flächensparende Bauweisen und ausreichend Grünflächen geachtet werden. Wir wollen die Siedlungsausweisungen in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen unter stadtklimatischen Gesichtspunkten kritisch überprüfen. Wichtig ist uns außerdem Zurückhaltung beim Bauen im Außenbereich (§35 Baugesetzbuch). Hier müssen weiterreichende kommunale
Standards entwickelt werden.

Soziale Liste

Der ausufernde fahrende und ruhende Autoverkehr erschwert Stadtplanung in vielen Bereichen. Besonders abschreckend wird das in Riemke deutlich. Hier macht die Herner Straße jegliche vernünftige Stadtplanung zunichte.

Was mich ärgert: Die Bochumer Innenstadt wird durch das gewaltige Umbauprogramm weiter verdichtet und versiegelt. Vor Jahren hat die Soziale Liste vorgeschlagen, auf dem Gelände des früheren Justizzentrums auf eine Bebauung zu verzichten und stattdessen eine Grünanlage zu schaffen. Geerntet haben wir ein müdes Lächeln. Heute würde ein derartiges Vorhaben im Kontext zum Klimawandel und den Demonstrationen von Fridays for Future eine breite Diskussion hervorrufen.“

Im neuen Rat werden wir einen Antrag zur Einrichtung von Grünzonen einbringen.

Stadtgestalter

Die STADTGESTALTER haben dafür eine Flächenbilanzierung im Rahmen einer Flächenentwicklungplanung vorgeschlagen die-stadtgestalter.de/2018/01/20/bochum-braucht-eine-flaechenentwicklungsplanung/Es wird festgelegt, welcher Anteil der Stadtfläche als Naturfläche erhalten bzw. auf welchen Anteil die Fläche ausgeweitet werden soll.
Sollen Grünflächen versiegelt, müssen dann Naturflächen an andere Stelle in gleicher Qualität entstehen. Neuer Wohnraum soll primär im Bestand durch Ersatzbau, Anbau, Aufstockung, Verdichtung, Dachausbau u.ä. Maßnahmen geschaffen werden, so dass keine Naturflächen dafür versiegelt werden müssen.