Kreisgruppe Bochum

Frage

Neben dem privaten Fahrrad und dem ÖPNV ist die Möglichkeit des Carsharings und des
Ausleihens von Rädern und Cargobikes für das Gelingen der Verkehrswende von entscheidender
Bedeutung.
Wie wollen Sie das bestehende Angebot attraktiver gestalten und ausweiten, sowie den Bereich weiter fördern?
Werden Sie sich dafür einsetzen, dem motorisierten Individualverkehr Fläche zugunsten von Radverkehr und Fußgängern zu entziehen? Wenn ja, wo?

SPD

Die SPD spricht sich zum Beispiel für Mobilitätsstationen aus. Sie bieten Ladegeräte für E-Mobile, Mietautos, sichere Abstellplätze für Fahrräder / Elektro-Roller, haben Anschluss an übergeordnete Straßen, und sind mit dem ÖPNV gut erreichbar. Genossenschaften und VBW engagieren sich ebenfalls dafür, so im Flüsse-Viertel. Die Bogestra bietet Sharing über ihre Mutti-App. Die SPD will solche Ansätze fördern, etwa mehr Ladestationen (Stadtwerke).

Wir wollen den Umweltverbund (Bus+Bahn, Zufußgehen, Radfahren) stärken und dafür gute Lösungen finden, möglichst im Konsens. Das kann bedeuten, Fahrbahnen beziehungsweise Stellplätze für Autos zu reduzieren. Das machen wir auch schon, vor längerer Zeit zum Beispiel an Herner und Wittener Straße oder der Universitätsstraße, derzeit an der Wasserstraße und Hattinger Straße, demnächst an Castroper Straße und Auf der Heide.

BÜNDNIS 90 / Die Grünen

   100 Kilometer neue Radwege in Bochum

  • An allen Radial- und Hauptstraßen müssen abgesetzte Radwege oder aufmarkierte Radfahrstreifen angelegt werden, die auch für Lastenräder ausreichend sind. […]
  • […]
  • Ein engmaschiges Lastenfahrradverleihsystem in der Innenstadt und den Stadtbezirkszentren mit entsprechenden großzügigen Stellplatzangeboten.
  • […]
  • Die überlastete U35 sollte mittelfristig in den Stoßzeiten durchgängig im 3-Minuten-Takt fahren; ein Schnellbus von Langendreer S-Bahnhof zur Ruhr-Universität […].
  • […]

(Anm. d. Red.: Die Antwort wurden gekürzt.)

CDU

Für die CDU gibt es keine Bevorzugung oder Benachteiligung einer Verkehrsart oder eines Verkehrsmittels. Verkehrspolitik muss die Interessen aller Menschen berücksichtigen, egal ob sie zu Fuß, mit dem Rad, mit dem ÖPNV oder mit Motorrad/Auto unterwegs sind.

Es steht nur die Frage im Vordergrund, wie kann man optimal von A nach B gelangt und zwar möglichst mit jeder Verkehrsart.

FDP

Wir wollen mit Quartiersparkhäusern den Parkdruck an der Straße senken und so auch neuen Platz für eine flächendeckende Radinfrastruktur schaffen. Wir brauchen Fahrradstraßen, die sternförmig auf die Innenstadt zulaufen, als auch gute und sichere Radwege innerhalb der Stadteile. Auch der Innenstadtring soll einen eigenen, geschützten Radstreifen erhalten. Um den Fluss des Radverkehrs zu verbessern, wollen wir das Rechtsabbiegen an roten Ampeln für Radfahrer und E-Bikes erlauben.

Die LINKE

Wir wollen bei der Planung von Plätzen und Wohngebieten zusätzliche Verleihstationen für Fahrräder und Carsharing-Standorte viel stärker berücksichtigen. Ziel unserer Verkehrsplanung ist die einfache Kombination von Verkehrsmitteln (ÖPNV, On-Demand-Angebote, Fahrrad, Carsharing). Durch ein gutes, flexibles Gesamtnetz soll die Abhängigkeit vom Privatauto reduziert werden. Geteilte Verkehrslösungen sollen genauso bequem wie der Weg mit dem eigenen Auto sein, aber günstiger.

Wir wollen den Ausbau des Radwegenetzes beschleunigen. In einem ersten Schritt wollen wir alle Radialstraßen mit sicheren Radwegen ausstatten. Wo bereits unzulängliche Radwege bestehen (zu schmal, ohne Abstand zu parkenden Autos etc.), soll Abhilfe geschaffen werden, indem der Straßenquerschnitt neu aufgeteilt wird. Auch den Innenstadtring wollen wir zeitgemäß umbauen: Auf der äußeren Fahrbahn fahren Autos in eine Richtung, die innere Fahrbahn wird zum Rad- und Fußweg – für mehr Aufenthaltsqualität und tolle Möglichkeiten für Geschäfte und Cafés.

Soziale Liste

Wir sind gegen das Ziel einer autogerechten Stadt! Der Autoverkehr drängt Fußgänger, Fahrradfahrer, Benutzer von Kleinfahrzeugen an den Rand. Umgekehrt ist in der letzten Zeit, auch beflügelt durch Initiativen und die Corona-Krise, der Fahrradverkehr deutlich größer geworden. Den Fußgängern muss ebenfalls mehr Bedeutung zugemessen werden. Dafür wollen wir uns zukünftig stärker einsetzen.

Der Ausbau und die Neustrukturierung des öffentlichen Personenverkehrs sind unabdingbar. Dieser Bereich muss kundenfreundlicher und wesentlich preiswerter werden. Die Soziale Liste wird nicht aufhören, ein echtes Sozialticket zu fordern.

Stadtgestalter

Die STADTGESTALTER haben zur Ausweitung des Radverleihsystems und zu Mobilitäts-Stationen u.a. auf dem Budeenbergplatz bereits
konkrete Vorschläge vorgelegt:
Ausweitung Radverleihsystems: die-stadtgestalter.de/2013/05/13/bochum-als-radfahrmetropole/
Mobilitätsstation Buddenbergplatz: https://die-stadtgestalter.de/2018/12/08/buddenbergplatz-vom-platz-zur-mobilitaetsstation/

Alle Verkehrsträger müssen flächendeckend über sichere und komfortable Wege verfügen, also auch Radfahrer, Fußgänger und der
ÖPNV. Der fließende Verkehr ist immer ggü. dem ruhenden (Parken) zu bevorzugen. Überall da, wo sichere Wege für andere Verkehrsmittel nur auf Kosten von Autoverkehrsfläche geschaffen werden können, muss das geschehen. Die Bevorzugung des Autos zu Lasten aller anderen Verkehrsmittel muss aufegegeben werden.